Im Kleinen das Große entdecken

Eine feste Tradition in unserer Gemeinde ist das Krippenspiel am Heiligen Abend. Hier sind es nach wochenlangem Bemühen und Einüben die Kinder, die die Augen der Familie zum Leuchten bringen. Aber wo drum geht es eigentlich?

So ist es doch jedes Jahr die selbe Geschichte: Jesus, Gottes Sohn, wird in einem kleinen Stall in Bethlehem geboren. Das ist bekannt. Dennoch, irgendwie ist alles anders. Seit einigen Wochen treffen wir uns regelmäßig im Gemeindehaus  unserer Kirche zum Proben des Krippenspiels. Spontan haben sich einige Kinder gemeldet, die wie ich finde mit Feuereifer daran interessiert sind eine Rolle zu übernehmen.

Das Ziel ist groß und beginnt klein. Jedes Kind nimmt zuerst eine Rolle an, ohne zu wissen, wie alles  gelingen wird. Das ist bereits ein großer Schritt, wie ich finde. Das Einüben der Rollentexte ist nicht so einfach. Einige Kinder besuchen  erst seit einem viertel Jahr die Grundschule. Lesen ist somit noch nicht so stark. Die Kinder wissen sich dennoch zu helfen und geben sich gegenseitig  Tipps, wie es ihnen gelingen kann die Texte einzuüben. Ein paar Wochen später kommt das erste Kind schon mit einem hervorragendem Engelskostüm. Ich freue mich sehr darüber, denn ich merke, wie wichtig den Kindern dieses Einüben und überhaupt eine so bedeutsamen Rolle wie ein Engel zu sein ist.

Es gibt auch Proben, wo Zweifel aufkommt. Hat jedes Kind die richtige Rolle? Können wir es schaffen bis zum Heiligen Abend sicher auf der Bühne zu stehen und die Texte nicht zu vergessen? Ich beobachte immer wieder: Kinder sind Amateure, das heißt Liebhaber, die eine Sache um ihrer selbst ausüben, weil sie dabei Freude haben und somit mit Interesse und Leidenschaft dabei sind. Das finde ich großartig.

Die Kinder werden oft auch die "Kleinen"  genannt. Jesus hat einmal zu den Menschen gesagt, die erstaunt darüber waren warum ausgerechnet Kinder groß seien können: "Denn wer der Kleinste ist unter euch allen der ist der Größte."Lk 9,48