Die Gesamtkonzeption gemeindlicher Aufgaben für die Evangelische Kirchengemeinde Birk

Einstieg

Auf der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) im Januar 2001 wurde beschlossen, dass jede Kirchengemeinde eine Gesamtkonzeption gemeindlicher Aufgaben zu erstellen hat. Während der Landessynode 2002 wurde in diesem Zusammenhang auf den konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung hingewiesen und ausdrücklich empfohlen, sich in ökumenischer Gemeinschaft in den Agenda-21-Prozess der Kommunen einzubringen. Ab sofort, mit der seit dem 1. Mai 2004 gültigen Kirchenord-nung, gehört die Erstellung einer Gesamtkonzeption gemeindlicher Aufgaben zur Pflicht jeer Kirchengemeinde, und das Presbyterium hat darüber zu entscheiden.

In den Vorgaben hieß es, die Gesamtkonzeption solle die Lebenssituation der Menschen vor Ort, die Arbeitsfelder der Kirchengemeinde, die Zielvorgaben für die künftige Gemeindearbeit und ihre gedachte Umsetzung beschreiben. Der Kirchenleitung geht es offenbar um einen Arbeitsplan für die Kirchengemeindeebene für eine überschaubare Zeit, der ständig fortzu-schreiben ist. Eine Gesamtkonzeption aber sollte mehr sein und kann dreifach Wirkung erzielen: für die Gemeindemitglieder, für die Mitarbeitenden und Leitenden auf Kirchengemeindeebene und für die Kirchenleitung auf Kreis-, Landeskirch- und EKD-Ebene. Sicher, eine Kirchengemeinde ist überfordert, wollte sie die gesamtkirchliche Aufgabenwahrnehmung auf ihr gemeindliches Konzept übertragen. Es wird aber angenommen, dass die Auswertung der Gesamtkonzeptionen der Kirchengemeinden auf der Kreis- und auf der Landeskirchenebene mit dem Ziel erfolgen, Rückmeldungen zu erkennen und die jeweils eigene Aufgabenstellung und -durchführung kritisch zu hinterfragen und konzeptionell aufzuarbeiten. Schließlich könnte es der Kirchengemeindeebene helfen zu erfahren, was sich in der Landeskirche tut, welche Ziele sie sich gesetzt hat und wie sie diese zu erreichen gedenkt.

Unsere Vorstellungen zur Gesamtkonzeption gemeindlicher Aufgaben haben wir versucht umzusetzen:

Die Gesamtkonzeption wird für unsere Gemeindearbeit verbindliche Richtschnur sein. Entscheidungen werden sich daran auszurichten haben und umgekehrt werden Entscheidungen, die grundlegende Veränderungen bewirken, auch in die Gesamtkonzeption aufzunehmen sein.

- Die Gesamtkonzeption dient gleichzeitig der Wissensvermittlung. Sie soll an alle Haus-halte verteilt werden. Die große Unbekannte "Evangelische Kirche" - auf der Kirchengemeinde-, der Kirchenkreis-, der Landeskirchenebene und der EKD - soll den Gemeindemitgliedern näher gebracht werden. Wir wollen unseren Gemeindemitgliedern helfen zu verstehen, wie ihre evangelische Kirche organisiert ist, welches ihre Tätigkeitsmerkmale sind, welche Bedeutung die Gemeindemitglieder für die Kirchengemeinschaft haben. Wir wollen die Identifizierung mit der evangelischen Kirche erleichtern.

- Schließlich setzen wir darauf, dass die gemeindlichen Gesamtkonzeptionen auch von den anderen kirchlichen Ebenen aufmerksam ausgewertet werden. So hoffen wir auf Rückwirkung für die gesamtkirchliche Aufgabenerfüllung.

- Aus der Arbeit an der Gemeindekonzeption können sich auch Anfragen, Anträge oder Vorschläge an andere Stellen innerhalb der evangelischen Kirche ergeben.

An unserer Gesamtkonzeption haben der federführende gemeindlich-theologische Ausschuss, das Presbyterium, die anderen Ausschüsse, Kreise, Gruppen und einzelne Gemeindemitglieder mitgearbeitet. Sie besteht aus einem Hauptteil und vier Anhängen. Drei der Anhänge mit ihren Anlagen befassen sich mit der Situation der Kirchengemeinde, der Leitung der Kirchengemeinde und dem kirchlichen und gemeindlichen Leben der Kirchengemeinde. Im Detail werden die Lebenssituation der Menschen vor Ort, die Arbeitsfelder der Kirchen-gemeinde, die Zielvorgaben für die künftige Gemeindearbeit und ihre gedachte Umsetzung beschrieben. Im vierten Anhang folgen allgemeine und statistische Angaben.

Der Hauptteil, zu dem auch der Einstieg gehört, dient vor allem der zusammenfassenden Darstellung der Grundlagen und desLeitbildes sowie unseren Schwerpunkten und Problem-bereichen, die wir aus den vorgegebenen Aufgaben, der selbstbestimmten Zielsetzung und der Gemeindewirklichkeit abgeleitet haben.

Grundlagen

Unser vorrangiges Ziel ist es, unseren evangelischen christlichen Glauben verantwortungsvoll und ohne Zwang zu praktizieren, unverfälscht zu erhalten und an die nachwachsende Generation weiterzugeben. Wir wollen dafür sorgen, dass der hierfür notwendige Raum innerhalb und außerhalb unserer evangelischen Kirche erhalten bleibt oder sogar erweitert werden kann.

Grundlage unseres Handelns und Entscheidens als evangelische christliche Kirchengemeinde der EKiR sind die Geschichten des Alten und Neuen Testaments, so wie sie in der Bibel überliefert sind.

Die Werte, die von dort kommen, sind unsere Richtschnur. Nach wie vor drücken die zehn Gebote alles das aus, was unsere Gemeinschaft leiten und zusammenhalten soll. Dabei spielt es keine wirkliche Rolle, ob wir in unserer Kirchengemeinde "uniert" oder "reformiert" oder "lutherisch" sind. Das sind Ordnungen, die in der Vergangenheit von den Herrschenden und Theologen unserem christlichen Glauben gegeben wurden. Heute, in einer Zeit der großräumigen Ortswechsel, kommt es darauf an, auch ohne Nachhilfe in Religionsgeschichte in der eigenen Kirche nicht zum Fremden zu werden. Trotzdem sind die Bekenntnisschrifen und die Kirchenordnung unserer Landeskirche für uns als Kirchengemeinde verbindliche Richtschnur, da sie es uns erleichtern, den Weg als christliche Kirchengemeinde sicher zu gehen.

Aber auch andere Schriften sind für uns von leitender Bedeutung. Unser Staat gab sich eine Verfassung, in der grundlegende christliche Werte Gesetz wurden. Die Zusammenarbeit mit unserem Staat lässt uns als Kirche selbständig und unabhängig existieren. Die Charta der Vereinten Nationen (1945) fördert die Grundfreiheit aller, ohne nach Religionen zu unterscheiden, und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948) stellt die Gewissens- und Glaubensfreiheit unter besonderen Schutz. Das kann für uns nur bedeuten, dass Menschen aller Religionen und Glaubensrichtungen gleichermaßen zu achten sind. Solch eine Achtung erwächst durch Wissen, und so haben wir nicht nur über uns selbst, unsere Religion, unsere Verflechtungen in Staat und Gesellschaft zu lernen, sondern müssen uns darüber hinaus mit anderen Religionen und Lebensbedingungen in anderen Gebieten der Welt be-schäftigen.

Leitbild

Wir wollen eine einladende evangelische Kirchengemeinde sein, die im Miteinander und Füreinander christliche Werte lebendig werden lässt. Das wollen wir ganz selbstverständlich praktizieren, im Umgang mit unseren katholischen Brüdern und Schwestern und mit Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften, im kirchlichen Unterricht, bei der Durchführung eigener oder der Teilnahme an Veranstaltungen anderer, bei Festen, in Gottesdiensten, im Gespräch in der Öffentlichkeit oder im Familienkreis, wo immer wir als Kirchengemeinde oder als Gemeindemitglieder oder einfach als evangelische Christen dabei sind. Aus der unübersehbaren Vielzahl von Leitsätzen in allen Teilen der Bibel suchten wir nach Rat für unser tägliches gemeindliches Leben. Wir wollen es mit Aussagen aus dem Buch Jesus Sirach halten:

Höre dem zu, der dich braucht, und antworte ihm freundlich und liebevoll. Rette den, dem Gewalt geschieht, vor seinem Bedränger. Urteile unerschrocken, und sage, was wahr ist.

So wollen wir unserer Vision näher kommen: für eine gerechte Welt und für die Bewahrung der Schöpfung beitragen und unseren Glauben an den Schöpfer dieser Welt stärken.

Unsere Aufgaben als Kirchengemeinde nach der Kirchenordnung

Solchen großen Worten sind die Aufgaben einer Kirchengemeinde gegenüber zu stellen. Die Kirchenordnung, Artikel 6 in Verbindung mit Artikel 1, erteilt uns einen klaren Auftrag:

- wir haben das Wort Gottes zu verkünden und die Sakramente recht zu verwalten;

- wir sollen das Evangelium im Lernen, in Lehre, Leben und Dienst wirksam bezeugen;

- wir stärken unsere Mitglieder für ein christliches Leben, ermutigen sie, ihre unterschiedlichen Gaben einzubringen und fördern das Zusammenleben der verschiedenen Gruppierungen;

- wir sind aufgerufen zu Seelsorge und Diakonie und zum missionarischen Dienst im eigenen Volk und in der Völkerwelt;

- wir sollen die Kirchenmusik und die christliche Erziehung und Bildung fördern;

- wir sind gehalten, mit Menschen anderer Religionen zu sprechen und zu     verkehren, für eine gerechte und friedvolle Welt einzutreten und die Schöpfung zu bewahren;

- wir sollen uns um das Sonn- und Feiertagsgebot kümmern und aktiv am öffentliche Leben teilnehmen.

Zur Lage der Kirchengemeinde

Die evangelische Kirchengemeinde Birk liegt im Bereich der politischen Kommunen Lohmar, Siegburg und Neunkirchen-Seelscheid. Birk ist ein Ortsteil der Stadt Lohmar, einer Stadt mit mehr als 30.000 Einwohnern auf einer Fläche von 65 qkm und einer Vielzahl von Ortsteilen und Einzelgehöften. Zur Kirchengemeinde Birk gehören die Orte und Höfe: Albach, Algert, Bich, Birk, Fischburg, Hagen, Heide, Hove, Inger, Winkel (alle Lohmar), Braschoß, Gut Umschoß, Schneffelrath, Schreck (alle Siegburg) und Hochhausen, Straßen, Wahn (alle Neun-kirchen-Seelscheid). Direkte evangelische Nachbargemeinden sind Lohmar, Wahlscheid, Seelscheid und Siegburg-Kaldauen. In unserem Kirchengemeindebereich liegen die katholischen Pfarrgemeinden St. Mariä Geburt in Birk und St. Mariä Namen in Siegburg-Braschoß. Kirchen oder Religionsgemeinschaften anderer Glaubensrichtungen - griechisch-orthodox, jüdisch, moslemisch, buddhistisch usw. in organisierter Form gibt es hier nicht.

Unsere Kirchengemeinde ist erst sei 1994 selbständig. Davor waren wir ein Bezirk der Kirchengemeinde Lohmar. Die Friedenskirche, das Gemeindezentrum mit Gemeindebüro und Kinder- und Jugendräumen, den dreigruppigen Kindergarten und das Pfarrhaus bilden die Immobilien der Kirchengemeinde. Das erste Gemeindezentrum wurde 1968 erbaut, 1987 wurde der Erweiterungsbau errichtet, und seit Ende 1999 gehört zum Gemeindezentrum auch ein Glockenturm mit zwei Glocken. Der Kindergarten wurde im Jahre 1971 errichtet.

Zur Kirchengemeinde zählen derzeit rund 1600 Gemeindemitglieder, die vor allem in Ortstei-len von Lohmar (73%), aber auch von Siegburg (16%) und Neunkirchen-Seelscheid (11%) wohnen. In den vergangenen sechs Jahren hielten sich Austritte und Todesfälle mit Eintritten, Zuzügen und Taufen die Waage. Mit weiteren Zuzügen wegen zahlreicher Neubaugebiete ist zu rechnen. Die Kirchengemeinde Birk ist eine ländlich strukturierte Diasporage-meinde. Als solche hat sie einen Anteil von ungefähr 28% an der Gesamtbevölkerung in ihem Gebiet. Der katholische Anteil der Bevölkerung beträgt ca. 46 %. Etwa ein Viertel der Bevölkerung gehört keiner Religionsgemeinschaft an.

Der weitaus größte Teil unserer rund 1600 Gemeindemitglieder ist der 'stillen Mehrheit' zuzurechnen. Diese Gemeindemitglieder treten vor allem an Festgottesdiensten sowie bei Taufen, Konfirmation, Eheschließung und Beerdigungen in Erscheinung. Diese Gruppe gehört aber - besonders im mittleren Erwachsenenalter - zu den treuen Kirchensteuerzahlern und bildet damit das wirtschaftliche Fundament, auf dem unsere Kirche steht und handelt. Denn ohne ihren Beitrag könnten weder die kirchlichen Gebäude noch die hauptamtlichen Mitarbeitenden unserer Kirche oder die diakonischen Werke, wie z.B. Kindergärten oder Fürsorgeeinrichtungen für Arme und Kranke, auf Dauer existieren.

Unsere bisherigen Gemeinde-Haushaltspläne waren ausgeglichen. Auch für das Jahr 2004 ist das gelungen. Die restlichen (Bau)Schulden sind in wenigen Jahren abgetragen. Allerdings wird ein ausgeglichener Haushalt in Zukunft, wegen der generellen Entwicklung, nicht so ohne weiteres zu erzielen sein. Knapper werdende Finanzmittel durch verringertes Kirchensteueraufkommen sind zu erwarten, und der staatliche Anteil für öffentliche kirchliche Einrichtungen wird abgesenkt.

In dieser Lage gilt es genau zu überlegen: Was von dem, was wir müssen, sollen und wünschen, ist zu verwirklichen.

Unsere Gemeindewirklichkeit und was wir wollen

Feststellungen zur derzeitigen Aufgabenwahrnehmung, was so bleiben kann, was zu verändern oder weiter zu entwickeln ist, stehen im Detail in den Anhängen. Die Ausführungen dort sind das Ergebnis eingehender Prüfung unserer Gemeindewirklichkeit, wobei unsere Zielsetzung, die Grundlagen und das Leitbild mit betrachtet wurden. Dort enthaltene Vorgaben sind von den jeweils Betroffenen nach Maßgabe des Presbyteriums umzusetzen.

Wir wollen die Gemeindearbeit so wie bisher fortführen, aber auch weiter entwickeln. Aus der Vielzahl der Überlegungen und Anregungen sollen hier die uns am wichtigsten erscheinenden kurz dargestellt werden.

• Gottesdienste und Kreise

Bei den Gottesdiensten, den Kasualien (Amtshandlungen) und den Kreisen möchten wir möglichst viele der verschiedenen Interessen ansprechen. Das Kinderabendmahl soll erneut diskutiert werden. 15-Minuten-Andachten, vormittags oder abends, können ergänzende Angebote sein. Der Projektchor verdient besondere Förderung, denn so können Gottesdienste festlicher gestaltet werden. Gottesdienste und andere gemeindliche Arbeiten bedürfen der technischen Unterstützung durch Ton- und Bildanlagen. Die vorhandenen Geräte sind veraltet und sehr störanfällig. Hier ist unbedingt und rasch abzuhelfen, und danach sollten wir uns bemühen, einen guten technischen Stand zu halten.

• Kindergarten

Unserer diakonischen Einrichtung, dem einzigen "Betrieb" oder "Dienstleister" der Kirchengemeinde, kommt hohe Priorität zu. Durch die Kindergartenarbeit und dem neuen Konzept hierfür gelingt es, die Kinder und ihre Familien mit der christlich-gemeindlichen Arbeit vertraut zu machen. Kleine und große christliche Rituale können eingeübt und als selbstver-ständlich übernommen werden. Sollten die finanziellen Mittel für die Gemeindearbeit weniger werden und Streichungen drohen, dann darf der Kindergarten nur als allerletzte Option herangezogen werden.

• Kinder- und Jugendarbeit

Kinder- und Jugendarbeit soll für Heranwachsende den Zugang zur Kirche erleichtern, damit Kirche auch nach der Konfirmation Heimat und Orientierungshilfe bleibt. Es soll erlebbar sein, dass Kirche einen offenen Begegnungsraum bildet. Jugendliche haben nicht erst bestimmte Kriterien zu erfüllen, damit sie in die Kirchengemeinde passen, sondern sie werden so eingeladen und angenommen, wie sie sind. Wir möchten gerne den Kindern und Jugendlichen der Kirchengemeinde und ihren Freunden einen bevormundungs-, aber nicht rechts- und pflichtenfreien Gestaltungsraum eröffnen. Die räumlichen Voraussetzungen für die Kinder- und Jugendarbeit sind gut, aber wir können uns finanziell weder haupt- noch nebenamtliche Mitarbeiter für die Jugendarbeit leisten. Kinder- und Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit. Daher ist bei der Lage der Kirchengemeinde der Einsatz von ehrenamtlichen Helfern oder Eltern dringend erwünscht. Das kann zeitlich begrenzt sein für bestimmte Projekte, zum Beispiel Vorbereitung und Durchführung einer Fahrradtour in den Sommerferien mit Übernachtungen in Jugendherbergen. Damit so etwas gelingen kann, ist ein Stück Selbstorganisation und Initiative der Jugendlichen oder die Mitwirkung von Eltern erforderlich. Unterstützung materieller und finanzieller Art kann gewährt werden, auch für Projekte oder Kurse. Der Pfarrerin z. A. wurde ein Teil der gemeindlichen Kinder- und Jugendarbeit übertragen. Sie ist die Vorsitzende des Jugendausschusses und leitet die Arbeit mit der Mädchengruppe. Schwerpunkt für die nächste Zeit soll die Mädchenarbeit bleiben. Das hat gut begonnen, und die räumlichen und personellen Voraussetzungen sind gegeben. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen unserer Kirchengemeinde sollen wenigstens einmal pro Jahr zu einer offenen "Jungen Gemeindeversammlung" eingeladen werden, die dem Kontakthalten und dem Austausch über junge Erfahrungen dient.

• Kontakte

Wir wollen, so oft es geht, eigene Aktivitäten mit den evangelischen Nachbargemeinden, den katholischen Pfarrgemeinden vor Ort und anderen Religionsgemeinschaften durchführen, auch mit dem Ziel, für unsere gemeindlichen Anliegen Verständnis und Rückhalt zu gewinnen. Wir wollen unsere Scheuklappen ablegen und uns den anderen offen nähern ohne uns zu verbiegen. Die Partnerschaft zur griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Siegburg/St. Augustin möchten wir gern erhalten.

• Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit ist sowohl nach "innen" als auch nach "außen" und nach "oben" gerichtet. "Innen" wird hier als Teilhabe, Unterrichtung und Informationsweitergabe über kirchlihes, theologisches und gemeindliches Geschehen an Gemeindemitglieder gesehen. "Außen" sind Informationsweitergabe und Unterrichtungen über kirchliches Denken, Entscheiden und Handeln im kirchlichen Raum für die allgemeine Öffentlichkeit. Und "oben" muss sein, damit oben erfährt, was unten bewegt und betroffen macht. Die Grenzen zwischen den drei Bereichen sind fließend, was besonders durch die Nutzung des Internets deutlich wird. Das hörbare Zeichen unserer Öffentlichkeitsarbeit ist das Glockenläuten. Das für alle sichtbare Zeichen sind unsere Aushänge in zwei Schaukästen, in Birk am Gemeindezentrum und im Nachbarort Heide. In den amtlichen Mitteilungen der Stadt Lohmar stehen die Ankündigungen der Gottesdienste und andere wichtige Nachrichten. Drei- bis viermal pro Jahr erscheint der Gemeindebrief. Seit kurzem haben wir eine gemeindeeigene Internetpräsenz, die noch im Aufbau begriffen ist.

Die bei uns übliche Informationsweitergabe und Selbstdarstellung reichen gerade noch aus. Manchmal zeigen sich Lücken, die auch durch Stellen verursacht werden, die sich unserem Einfluss entziehen. Die von unserer Kirchengemeinde bis vor wenigen Jahren regelmäßig angebotenen Vortrags- und Diskussionsabende fanden bei den Gemeindemitgliedern im mittleren Erwachsenenalter so gut wie keine Resonanz. Heute bedient sich gerade die mittlere Altersgruppe der Erwachsenen in der Mehrzahl des Internets als Kommunikations- und Informations-Medium.

Wegen unserer ländlichen Struktur brauchen wir für alle größeren Ortsteile Schaukästen, die immer aktuelle Aushänge zu zeigen haben. Im Gemeindebrief sollen Beiträge zu und über Orientierungen der Landeskirche und der EKD erscheinen. Die Internetpräsenz ist zu verste-tigen und aktuell zu halten. Sie ist der virtuelle Schaukasten, den es zu pflegen gilt. Die amtlichen Mitteilungen der drei politischen Kommunen sind für kirchliche Miteilungen zu nutzen, sofern das möglich ist. Und schließlich: Gespräche zu aktuellen Themen, die uns als evangelische Christen direkt betreffen, sind wieder anzubieten. Solche Gespräche sind als Hilfestellung für die eigene Urteilsfindung zu verstehen.

Ausstieg

In den Anlagen der Anhänge wird noch über vieles geschrieben, was uns wichtig ist:

• weiterführende Überlegungen zur Ökumene vor Ort,

• die Würdigung anderer Organisationen mit direkter Bedeutung für die Kirchengemeinde,

• Anregungen zur finanziellen Entwicklung,

• die immer wiederkehrende Frage nach stärkerer ehrenamtlicher Mitarbeit, wobei wir überhaupt nicht klagen, da bereits sehr viel freiwilliger Einsatz geleistet wird,

• der nicht ganz einfach zu handhabende kirchliche Unterricht, bedenkt man, dass Kinder und Jugendliche aufgrund der kommunalen Struktur aus ganz verschiedenen Schul- und Wohnbereichen kommen,

• die vielen informellen Kreise und Gruppen, deren Mitglieder die stillen Stützen der Kirchengemeindearbeit sind und das Gemeinde-Mittagessen für Jung und Alt,

• und schließlich die Darstellungen zur EKD, der EKiR und des Kirchenkreises, mit gemeindlichen Meinungsäußerungen dazu. Das alles ergibt eine aktuelle Bestandsaufnahme zur Gemeindearbeit als Ausgangs- und Vergleichspunkt bei späteren Veränderungen.

Wie weiter vorn geschrieben, wird die Umsetzung der Gesamtkonzeption unserer gemeindlichen Arbeit, sofern Änderungen verlangt sind, nach Maßgabe des Presbyteriums erfolgen. Dann werden zu einzelnen Maßnahmen, wenn notwendig, Finanzmittel einzustellen sein. Spätestens mit der Erstellung des Haushaltsplanes für 2005 sind die Maßnahmen, die Geld kosten, insgesamt zu betrachten und nach Möglichkeit zu verwirklichen.

Das Presbyterium zeichnet für alle Folgen aus dem Gesamtkonzept verantwortlich. Für das Presbyterium wird der federführende gemeindlich-theologische Ausschuss die Aufsicht zu führen haben.

Die Erstellung der Gesamtkonzeption ist kein einmaliger Vorgang, sondern als fortdauernder Prozess zu verstehen. In Abständen werden Überprüfungen und Anpassungen vorzunehmen sein, damit Veränderungen der kirchlichen und der gesellschaftlichen Bedingungen in praktische gemeindliche Arbeit umgesetzt werden können. Das kann beispielsweise nach Synoden auf Kreis- oder Landes- oder EKD-Ebene notwendig werden. Auf jeden Fall aber wird unsere Gesamtkonzeption vor der Erstellung des jährlichen Haushaltplanes zu überprü-fen und bei entsprechendem Anlass fortzuschreiben sein.